österreichischer Politiker und Jurist; rief im Nov. 1918 als Vorsitzender der provisorischen Nationalversammlung die Erste Republik aus; Vizekanzler und Justizminister 1926-1928; Präsident des Obersten Gerichthofes 1928-1938; Bürgermeister von Linz 1907-1918; Abgeordneter zum Nationalrat 1920-1928; NSDAP-Mitglied ab 1940
* 6. April 1873 Ottensheim
† 12. Januar 1956 Wien
Herkunft
Franz Dinghofer, geboren 1873, stammte aus der Marktgemeinde Ottensheim unweit der oberösterreichischen Hauptstadt Linz. Von seinen sieben Geschwistern verstarben sechs sehr jung, ein Bruder wanderte in die USA aus. D.s gleichnamiger Vater († 1890), Sohn eines Wirts aus Niederösterreich, hatte ein Gasthaus mit angeschlossenem Postamt betrieben und war zeitweilig auch Bürgermeister von Ottensheim.
Ausbildung
Ab 1884 ging D. auf das Gymnasium in Freistadt im Mühlviertel, wo er unter der Woche in einem Privatquartier wohnte. 1892 nahm er an der Universität Graz ein Jurastudium auf, das er 1896 mit dem Staatsexamen abschloss. Die Promotion zum Dr. jur. erfolgte ebendort 1897. Geprägt wurde D. in dieser Zeit durch die akademische Verbindung "Ostmark", die als Teil der deutschnationalen Bewegung auch antisemitische Tendenzen zeigte.